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Das Kriegerdenkmal unserer Heimat

Nach Beendigung des Weltkrieges 1914 – 1918 zeigt sich überall in den Gemeinden der Gedanke ihren im Feld gefallenen und verstorbenen Helden, ein Wahrzeichen in der Form von Gedenksteintafeln in Kirchen, oder auf schön gelegenen Stellen der Ortschaften Ehrungsgedenksteine erstehen zu lassen. So werden auch in unserm Kirchspiel, bestehend aus den Gemeinden Neuses, Bertelsdorf-Glend und Beiersdorf mit Callenberg, den Gedanken auf ein Ehrenmal entstehen zu lassen. Jedoch kam innerhalb der Kirchgemeinde keine Einigung, zu betreff Platzfrage und noch mehrere Gründe zustande.

So entschloss sich eine jede Gemeinde der 3 Kirchgemeinden dann an einem schön gelegenen Platz ein eigenes Ehrenmal entstehen zu lassen. In hiesiger Gemeinde wurde eine Gemeindeversammlung, durch den Ortsvorstand einberufen, an dieser die Angelegenheit vorgetragen. Von der Bürgerschaft wurde eine Kommission, bestehend aus den Herren:

Karl Höllein, Bertelsdorf,

Friedrich Heß, Bertelsdorf,

Gottlieb Höllein, Glend,

Heinrich Siegelin, Bertelsdorf

Herrn Bürgermeister Carl Flohrschütz, Bertelsdorf

gewählt.

Vorgenannte Kommission wurde nun seitens der Gemeinde beauftragt die Denkmalsfrage zur Durchführung zu bringen.

Die erste Frage, welche die Kommission zu lösen hatte, war die Geldfrage, um zu wissen, was für Mittel zum Bau eines Denkmals zur Verfügung stehen. Es wurde daher am 19. Februar 1921 durch Beschluss der Denkmalskommission eine freiwillige Sammlung innerhalb der Gemeinde vorgenommen. Ausgeführt wurde die Sammlung durch die Herren:

A. Flohrschütz,

Rudolf Schaller,

Carl Höllein,

 und ergab eine Summe von 11.738,50 Mark.

Jetzt ging es an die Platzfrage heran; Zwei gut geeignete Plätze wurden seitens der Kommission in engerer Wahl gezogen. Z. B. an der sogenannten Rüste und auf der Bertelsdorfer – Glender Höhe, man entschied sich für letzteren. Der Platz wurde von Herrn Theodor Holzheimer hier für 150 Mark angekauft.

Es fand ein Landtausch mit dem Nachbargrundstück von Herrn F. Heß statt. Da nun das Geld, sowie die Platzfrage geregelt war, ging es an die Hauptaufgabe heran. Durch Rundschreiben in der Tageszeitung gingen seitens verschiedener Maurermeister und Bildhauer Entwürfe mit Kostenvoranschlägen ein. Man entschied sich infolge der Höhenlage des Platzes für einen Entwurf von Herrn Professor Pützel, Coburg mit einem Kostenvoranschlag von Maurerarbeiten für 4.698 Mark von Bildhauerarbeiten für 4.525 Mark, ergab eine Gesamtkostenvoranschlagssumme von 9.723 Mark. Herr Professor Pützel, Coburg erhält für Modell sowie Bauleitung 500 Mark. Bauausführung erhielt Maurermeister Röhmhild Coburg und Bildhauerarbeiten Bildhauermeister Gustav Schmidt Beiersdorf zugesprochen. Sämtliche zu leistenden Fuhren, wie Anfuhr von Steinen, Kies und Sand, in Form von Wasser und sonstiger An- u. Abfuhr von Baumaterial wurden von den Geschirrhaltern Bertelsdorf Glend unentgeltlich geliefert. Auch der Ausbau des Baugrundes wurde von den Bürgern der Gemeinde unentgeltlich ausgeführt. Nachdem nun Baugenehmigung eingeholt, Grund ausgeschachtet, Baumaterial angefahren war, wurde am 2. September 1921 der erste Grundstein zum Denkmal gelegt. Bei der Grundsteinlegung wurde eine Niederschrift mit den Unterschriften der ausgesuchten Herren wie Denkmalskommission mit eingemauert.

Herr Professor Pützel Coburg, Maurermeister Röhmhild Coburg, Bildhauer Schmidt Beiersdorf und den anwesenden Maurern in einer Flasche versiegelt mit eingemauert.

Anfang Oktober 1921 waren die Bauarbeiten des Denkmals im Rohbau erbracht. Nun wurde noch eine gärtnerische Anlage sowie eine Betongartenmauer und eine Steintreppe nötig. Die gärtnerischen Anlagen erhielt der im Ort ansässige Gärtner Georg Merk, die Gartenmauer mit Steintreppe wurde gleichfalls von Maurermeister Röhmhild Coburg ausgeführt. Die letztgenannten Arbeiten kamen erst im Frühjahr 1922 zur Durchführung, gestalteten sich daher infolge der rasch zunehmenden Geldentwertung sehr hart.

Nur durch die freiwillige Sammlung zur Verfügung stehendes Geld war daher nicht ausreichend. Die Denkmalskommissionentschied sich daher zu einer zweiten freiwilligen Sammlung.

Diese Ergab den Betrag von 5.013,10 Mark. An den Gaben haben sich außer der Bürgerschaft auch der hiesige Gesang- und Bürgerverein beteiligt. Die Gesamteinnahmen durch die freiwilligen Spenden erbrachte eine Summe von 16.751,60 Mark, dem eine Ausgabe von 19.140,28 Mark gegenüberstand.

Der fehlende Betrag von 2.388.62 Mark wurde durch die Gemeindekasse beigesteuert. Von vorgenannten Ausgaben entfielen auf:

Bauleitung                                                                             500,00 Mark

Bildhauer Schmidt Beiersdorf                                               4.525,00 Mark

Bauausführung durch Mauermeister Röhmhild Coburg      10.937,28 Mark

Gärtnerische Anlagen und sonstiges                                     3.168,00 Mark

Als die Arbeiten im Frühjahr 1922 beendet waren, wurde am Himmelfahrtstag am 17. Mai 1922 das Kriegerehrenmal, dem ein Festgottdienst voraus ging, durch Hochwürden Herrn Pfarrer Heß, Neuses eingeweiht und der Gemeinde übergeben.

                                                                                   damaliger Bürgermeister

                                                                                   Karl Flohrschütz

Aus dem Original in Sütterlinschrift übertragen von Bernhard Kroner Coburg. Keine Gewähr auf Richtigkeit oder Übersetzungsfehler.

November 2020

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